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Mittwoch, 21. März 2018

Kurdische Gemeinde : SPD hält den Olivenzweig hoch


SPD hält den Olivenzweig hoch
Gestern versuchten ca. 20 kurdische und deutsche Jugendliche mit Abgeordneten im in der bayrischen SPD-Zentrale in München wegen der verzweifelten Lage der Kurden in Afrin ein Gespräch zu führen. Sie meinten, dass sie dort auf eine Resonanz für die sie ganz konkret betreffende Verzweiflung wegen der türkischen Angriffe finden könnten und wollten Abgeordnete dazu bewegen, dagegen Stellung zu beziehen.

An der SPD-Zentrale

Kurden protestieren in München gegen Besetzung von Afrin

Etwa 20 Aktivisten der prokurdischen Gruppe "Bündnis Hände weg von Afrin" ginge heute in die bayerische SPD-Zentrale in München, um mit Abgeordneten über die türkische Besetzung in Nordsyrien zu sprechen. Die SPD erstattete Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch.
https://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/kurden-protestieren-in-muenchen-gegen-besetzung-von-afrin-100.html
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Kurdische Gemeinde: SPD hält den Olivenzweig hoch
München (21.03.2018) - Gestern versuchten ca. 20 kurdische und deutsche Jugendliche mit Abgeordneten im  in der bayrischen SPD-Zentrale in München wegen der verzweifelten Lage der Kurden in Afrin ein Gespräch  zu führen. Sie meinten, dass sie dort auf eine Resonanz für die sie ganz konkret betreffende Verzweiflung wegen der türkischen Angriffe  finden könnten und wollten Abgeordnete dazu bewegen, dagegen Stellung zu beziehen.
Kurz  nachdem die Jugendlichen ihr Ansinnen vorgebracht hatten,  glich das Gelände und die umliegenden Straßen jedoch einer regelrechten Belagerung durch bewaffnete Polizeieinheiten des USK und Staatsschutzleuten, als handele es sich hier um einen Terroranschlag.
Die SPD hatte sofort mit einer Hausfriedensbruchanzeige gedroht und offensichtlich schon die Polizei gerufen. Drei  der Jugendlichen wollten sie bitten, doch von dieser Anzeige abzusehen, nachdem 17 von ihnen bereits das Haus verlassen hatten. Die SPD stellte jedoch die Strafanzeigen,  wegen Hausfriedensbruch, Zwei der Jugendlichen wurden wegen Tragen einer PYD-Fahne in polizeilichen Gewahrsam  genommen[1].
Offensichtlich fühlte sich die SPD nicht als Ansprechpartner für wichtige politische Belange, die nicht zu ihrem politischen Fokus gehören und als störende kriminelle Angelegenheiten empfunden werden.
Was die Bundes-SPD im großen Stil tut, praktiziert die bayrische SPD auf ihrem Level.
Die ethnischen Säuberungen der Türkei in Afrin gehören inzwischen ja bekanntlich bei der deutschen Regierung und somit des SPD-geführten Außenministeriums zur außenpolitischen Routineabwicklung Im Zweifelsfall „liegen keine Erkenntnisse vor“ oder ist der Angriffskrieg in Afrin  eine Situation, die zu „fluide“ ist,  um als Angriffskrieg identifiziert zu werden. Was natürlich lächerlich ist. Die Türkei müsse ihre Grenzen schützen und Terroristen bekämpfen, wird für das solideste Argument gehalten und selbst Gegner dieses Angriffs lassen sich von diesem ebenso falschen und lächerlichen offiziellen Diskurs beeindrucken, indem sie immer pflichtschuldigst nur vom unrechtmäßigen Töten der Zivilbevölkerung sprechen und die Kurden der YPG davon ausnehmen.
Für die Regierung, die in der die SPD erheblichen Einfluss hatte und hat, war keine Liebesdienerei zu geschmacklos, keine Aussage zu zynisch, keine Tat zu ruchlos  und gehört Völkermord inzwischen als Banalität des Bösen zur Tagespolitik.
Es ist dieselbe Regierung, die sich schämen sollte, dass Böhmermann sich im eigenen Land verstecken muss und mit ihrer Hilfe angeklagt wurde,  dass der Fußballer Naki moralisch zum Schuldigen gemacht wurde, während die Killer, die es auf ihn und andere Kurden abgesehen haben, frei herumlaufen. Sie sollte sich schämen, dass  der Grünen- Vorsitzende und damals potentielle Kandidat für den Ministerposten des deutschen Außenministeriums bei einer internationalen Konferenz in München, die  sich auch noch Sicherheitskonferenz nennt ,vor den  türkischen Schläger- und Killertruppen des türkischen Außenministers Cavusoglu , die offiziell für dessen  Schutz abgestellt waren,  in Sicherheit gebracht werden musste.
Wie müssen sich da erst die weniger prominenten Kurden fühlen, die hier weniger Rechte genießen und die zu gefährlichen Terroristen hochstilisiert werden, weil sie verzweifelt versuchen, Gehör zu finden für eine Sache, für die jede Demokratie sich einsetzen sollte? Die weniger prominenten, weil kurdischen Journalistinnen, Menschenrechtler, Anwältinnen, Politiker und all die anderen sitzen massenhaft in türkischen Kerkern.
Kinder, die kurdische Melodien gesummt haben, bekommen mehr als 20 Jahre Knast. Von denen spricht niemand.
Wie konnten diese Jugendlichen also so naiv sein, zu glauben, dass diese SPD noch irgend etwas mit den Werten zu tun hat,  die sie heute verteidigen?
Die SPD hat sie nämlich nicht nur abgewiesen, sie wollte gleich mit sämtlichem schweren strafrechtlichen Geschütz auffahren und hat ihnen damit dauerhaft Integration und ein Leben in Deutschland verbaut. [2]. Nicht mal die CSU, die für law  and order  steht und antikurdisch ist, hat sich so verhalten, als Kurden wegen Kobane versuchten, ein Gespräch anzubahnen.
Wenn Nahles u.a. aus der SPD und CDU sich wie an diesem Tag, also einen Tag nach dieser ruhmreichen Reaktion der bayrischen SPD  äußern und  die plündernden IS-Truppen in Afrin angeblich verurteilen, dann tun sie das wohlgemerkt, nachdem diese Truppen mit ihrer Unterstützung Afrin nach tausendfachem Morden und der Vertreibung der gesamten Bevölkerung  übernommen haben.
Die SPD setzt sich nicht auseinander, sie befolgt das Diktat der TR, sie regiert, diktiert und tötet unsere Demokratie.
Türken mit deutscher Staatsangehörigkeit wählen vorzugsweise die SPD.  2007 ließ die kurdische Gemeinde  bei der SPD-nahen  Gewerkschaft über einen SPD-Funktionär anfragen, ob die Gewerkschaft bereit wäre, bei den Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit eine Gedenkminute zum Jahrestag des Massakers auf der 1. Maikundgebung in Istanbul, bei der 34 Menschen ermordet wurden.  Nachdem er angefragt hatte, antwortete der Funktionär ihr, dass die Gewerkschaft dazu nicht bereit sei, es gäbe zu viele Türken in der Gewerkschaft.
Welche Art von Türken müssen das dann gewesen sein, frägt man sich. Faschisten? An jenem Tag starben in der Türkei auf dem größten Platz in Istanbul auch türkische Gewerkschafter. Also welcher Ideologie wurde da gehuldigt?
Die SPD-geführte rheinland-pfälzische Ordnungsbehörde ADD hat es sich auf die Fahnen geschrieben, mit bürokratischen Mitteln, Hilfsleistungen des Kurdischen Roten Halbmonds (kurdische Einrichtung analog zum Roten Kreuz) und die die kurdische Bürger  hauptsächlich selbst finanzieren und ehrenamtlich unterstützen, zu verhindern oder falls dies nicht möglich ist, erheblich zu verzögern.
Vorwand dafür ist,  dass die Hilfsorganisation in der Türkei verboten ist, eine hohe Fluktuation in dem Vorstand des Vereins herrscht und „dass es keine genügende Gewähr für die zweckentsprechende, einwandfreie Verwendung der Geldspenden sowie der Förderbeiträge“ gebe. Wenn es um kurdische Gelder geht, dann müssen diese natürlich zweckentfremdet sein. Die, die für ein solches Argument Verständnis haben, bedenken nicht, dass die Kurden keinen Staat haben und nicht den Luxus besitzen, die Ereignisse von ihren Wohnzimmersesseln aus mit zu verfolgen, sondern innerhalb einer  Widerstandsbewegung eine Situation meistern müssen, die eigentlich nichts mit den Aufgaben einer solchen Bewegung  zu tun haben. Und wenn sie verletzt sind, müssen sie sich mit dreckigen Lumpen die Wunden verbinden.
In Afrin musste sie eine bombardierte Infrastruktur, die Versorgung von Verletzten und die Hunderttausenden Zivilisten, die dort hin geflohen waren, meistern, was sie mit Bravour getan hat. Und zwar ohne die Milliarden, die Erdogan dafür bekommt, dass er für privilegierte Islamisten Flüchtlingslager einrichtet. Alles, was man hier dazu zu sagen hat, ist jedoch, dass die Gelder zweckentfremdet würden, weil sie nicht nur den Kindern zukommen würden, die der Verein als Hilfebeispiel besonders hervorhebt, u.a. wahrscheinlich in Erinnerung an die massenhaft durch das Erdogan-Regime in Nordkurdistan erschossenen Kinder.
Im Grunde sind es nur kleine  Fehler, die Nichtprofis begehen könnten, die Heyva Sor eventuell vorgeworfen werden können. Aber gerade Kurden kann man weder einen realen, vermeintlichen noch einen angeblichen Fehler verzeihen. Wie die großen Menschenrechtsorganisationen. Wenn man die nämlich etwas genauer ansieht,  schaut, wer ihnen inzwischen mit welchem Profil vorsteht, mit welchen (regierungsnahen) Organisationen sie wie  zusammenarbeiten , welche Statements sie in letzter Zeit bezüglich der Kurden von sich geben, dann wird klar, dass man sie und ihre Ideologie wie die Medien inzwischen genauer unter die Lupe nehmen sollte.
Dass die Einheiten der YPG, alles stehen und liegen ließen, um nahezu die gesamte Zivilbevölkerung von Afrin zu evakuieren und zwar mehrere Hunderttausende, die zuletzt kein Wasser, keine Kläranlage, keine Bäckereien und keine Krankenhäuser mehr hatten, weil die gezielt von der Türkei bombardiert wurden, übersehen auch die selbsternannten Moralisten der UNO, die bis vor kurzem der YPG vorwarfen, die Menschen nicht fliehen zu lassen.
Dass die Türkei solche Organisationen mit Hilfe politischer Verwalter vollkommen jeglicher Werte beraubt und sie wie traurige Ruinen dastehen lassen kann, sagt sehr viel darüber aus, wie es hier mit uns steht.
Wenn es so weit gekommen ist, wer erwartet da, dass Parteien etwas Anderes sind als die Büttel dieser Aushöhlung?
Dass die Spenden für Heyva Sor durch eine SPD-geführte Behörde untersagt und Spendendosen eingezogen wurden , ist auch bloß eine Sache, mit der diese Behörde  zusammen mit anderen Behörden versucht, seine Geldgeber, die Kurden hier, zu diskreditieren und zu diffamieren, v.a. aber Hilfsleistungen zu verhindern.  Für was sollte die YPG in Afrin  denn diese Gelder verwenden? Sie teilten in Afrin das letzte Stück Brot und den letzten Liter Wasser mit jedem der dort lebt. Was sollten sie also vereinnahmen? 
Die Einzigen, die dort plündern, stehlen und morden sind die IS-Truppen der Türkei.
Während die Kurden trotz ihres eigenen Elends in Afrin, in Cizire und Kobane dieses Elend auch noch teilen, bekommt die Türkei Milliarden, die sie zweckentfremdet und veruntreut. Als riesige Spenden aus Deutschland wegen der Erdbeben dort eingingen, krähte kein Hahn danach, dass damit türkische Beamte oder der Wahlkampf finanziert wurden, während die Türkei den Verschütteten in den kurdischen Gebieten keine Hilfe zukommen ließ.
Dass auch diese Hilfsleistungen nach Meinung der SPD  zu viel für den Feind ihres Waffenbruders sind und  die Kurden ihrer Ansicht nach nichts anderes verdienen, als ohne jede Hilfe elendig zu krepieren, das stellt diese Bürokratie unter Beweis.
Die Meister des Todes verstehen sich am besten darauf, Opfer in Täter zu verwandeln und Täter in Opfer. Dem Völkermord und seine politische Abwicklung in eine banale Normalität, in Alltagspolitik umzuwandeln. Darin war der SPD-Außenminister Gabriel ein Meister.
In den Bundesländern  streichelt man die Seele der zurückgekehrten IS-Mörder, indem man sie wieder integrieren möchte, aber ihre Opfer möchte man nirgends anderswo als vor dem Strafgericht stehen sehen.
Ausgerechnet die Opfer sind es, die die Schuld einer aus dem  Selbstbild ausgelagerten Täteraffinität   tragen  und auch deshalb  hier diffamiert, verfolgt und kriminalisiert werden.

Die SPD ist keinen Deut besser als die  Kinkels, Kanthers und co, die mit der Strategie, einen Völkermord in einen Antiterrorkampf umzubenennen und damit sowohl in der Türkei als auch der EU eine Legitimationsbasis für den Völkermord an den Kurden geschaffen haben.
Sie will auch gar nicht besser sein.
Der Glaube, dass dieses Ereignis in München und die Haltung der SPD etwas Bedeutungsloses sei, weil es als lokales Ereignis gesehen wird, ist ein Irrglaube. Es hat dieselben fatalen Folgen wie die verharmlosende Äußerung eines deutschen Außenministers gegenüber einem faschistischen Regime. Alles fügt sich zu einer logischen Einheit zusammen, die einzig dazu dient, dass …all diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit legitimiert und Opfer und Täter verkehrt werden.
Kurdische Gemeinde Bayern (ViG)
kurdgem(at)gmail.com

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[1] Die Fahne wurde  von mindestens zwei deutschen Gerichten als für nicht verboten befunden.

[2] Erschwerte Einbürgerung, Asylwiderruf, Abschiebungen, kein Zugang zum öffentlichen Dienst, keine Teilnahme am politischen Leben


Sonntag, 26. April 2015

BAGIV Präsident Mehmed Tanriverdi:Es geht um Menschenrechte

"Die Anerkennung der Kurden als eigenständige Migrantengruppe ist politischer Natur. Sie würde Deutschland nützen, weil die kurdische Bevölkerung dann das Gefühl der Anerkennung bekäme; was wiederum die Motivation fördert, sich in die Gesellschaft einzubringen."  

Interview

Mehmet Tanriverdi/Foto:Privat

Mehmed Tanrıverdi studierte Elektrotechnik an der Justus-Liebig-Universität Gießen und ist seit 2002 Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände e.V. (BAGIV). Seit 2003 ist er Stadtverordneter in Gießen und von 1994 bis 2000 war er Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde in Deutschland (KGD) e.V.. Tanrıverdi ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
 
Mit Tanriverdi sprach Rûdaw (www.rudaw.net) Korrespondent Reşad Ozkan über die Deutsch-kurdische Beziehungen und die Integrationsarbeit der Kurdischen Gemeinde in Deutschland.
 
Rudaw: Sie sind Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände (BAGIV) und gehören zum Präsidium der Kurdischen Gemeinde in Deutschland; wie sind die Beziehungen zwischen der Deutschen Bundesregierung und den kurdischen Vereinen?
 
Mehmed Tanriverdi: Ich muss leider zugeben, dass die Deutsche Bundesregierung keine offiziellen Beziehung zu Kurden in Deutschland unterhält. Bis jetzt gab es keine Vereinbarungen mit den Vertretungen der Kurden in Deutschland. Die Kurdische Community ist zwar in Deutschland schon lange bekannt, aber eine Anerkennung dieser Gemeinschaft stand nicht auf der Tagesordnung. Jede Bestrebung und jeder Versuch seitens der Deutsch-Kurden hinsichtlich einer Anerkennung wurde mit lapidaren Begründungen abgewiesen; wie zuletzt die Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages im Frühjahr letzten Jahres.
Deutschland ließ sich von seinem Bündnispartner Türkei beeinflussen und die Menschenrechte der deutschen Bürger fielen den wirtschaftlichen Interessen zum Opfer. Obwohl Deutschland seit einigen Jahren offiziellen Kontakt zum autonomen kurdischenStaat in Südkurdistan unterhält, in Form eines Konsulats,  einer Wirtschaftsvertretung und eines Goethe-Instituts, muss man dennoch immer wieder auf diesen Widerspruch hinweise.  Das muss sich ändern.
 
Rudaw: Nach inoffiziellen Angaben leben in Deutschland circa eine Million Kurden – falls diese Angaben stimmen sollten: Weshalb werden die Rechte dieser Menschen nicht anerkannt? Weshalb ist Deutschland nicht bereit, die kurdische Identität anzuerkennen?
 
Mehmed Tanriverdi: In der Tat ist die kurdische Gemeinschaft in Deutschland die zweit- oder drittstärkste Migrantengruppe nach den Einwanderern aus der Türkei und Russland. Offiziell gelten sie als türkische, irakische, iranische und syrische Staatsbürger. Knapp die Hälfte dieser Menschen sind deutsche Staatsbürger. Kurden lassen sich eher einbürgern als türkische Einwanderer. Nicht einmal das wird honoriert. Es geht um Menschenrechte. Wir haben nicht in allen Bundesländern muttersprachlichen Unterricht, ein Privileg, das anderen Einwanderergruppen schon längst genießen. Das gilt auch für den Medien- und den Sozialbereich. Was spricht heutzutage dagegen, dass eine Rundfunkanstalt wie die Deutsche Welle,  die weltweit in allen möglichen Sprachen sendet, in kurdischer Sprache berichtet? Die Anerkennung der Kurden als eigenständige Migrantengruppe ist politischer Natur. Sie würde Deutschland nützen, weil die kurdische Bevölkerung dann das Gefühl der Anerkennung bekäme; was wiederum die Motivation fördert, sich in die Gesellschaft einzubringen. 
Es ist im Grunde genommen tragisch, dass die eben schon angesprochenen wirtschaftlichen Interessen wichtiger sind als die Anliegen von in Deutschland als deutsche Staatsbürger lebenden Menschen.
 
Rudaw: Die Kurdische Gemeinde Deutschlands hat zum ersten Mal an der Kultusministerkonferenz teilgenommen und im Namen der in Deutschland lebenden Kurden ein Abkommen unterschrieben. Was sagt das Abkommen über die Zukunft und die Bildungschancen der kurdischen Kinder in Deutschland aus? Wie soll das umgesetzt werden?
 
Mehmed Tanriverdi: Bei der ersten allgemeine Vereinbarung mit der KMK vom Dezember 2007 waren die Kurden nicht dabei, damals ging es in erster Linie um die Umsetzung des Nationalen Integrationsplans. Bei diesem aktuellen Abkommen geht es um konkrete Vereinbarungen, um eine Art Selbstverpflichtung für beide Seiten, das heißt sowohl für die für die Bildung zuständigen 16 Bundesländer als auch für die Verbände.
Die Bundesländer und die Schulverwaltungen müssen sich mehr als bisher anstrengen, um die Mittel und die Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, wir als Verbände müssen in unserer eigenen Community mit all unseren Möglichkeiten aktiv werden, um die Elternschaft in den Bildungsprozess einzubeziehen. Es geht für beide Seiten darum, Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit zu schaffen.
 
Rudaw: Wie reagierten YEK-KOM und KOMKAR, nachdem das Abkommen unterzeichnet wurde?
 
Mehmed Tanriverdi: Meiner Wahrnehmung nach positiv. Hier geht es um die Stärkung der Kinder kurdischer Abstammung, das heißt um deren Zukunft. Wer jetzt unterschrieben hat, darf keine Rolle spielen.
 
Rudaw: Wie sind die Beziehungen der kurdischen Verbände wie YEK-KOM, KOMKAR und Kurdische Gemeinde Deutschland e.V. untereinander? Weshalb arbeitet Ihr als Verbände nicht zusammen und weshalb einigt Ihr Euch nicht, um Eurem Anliegen gegenüber der Bundesregierung mehr Gewicht zu verleihen?
 
Mehmed Tanriverdi: Die Kurdische Gemeinde Deutschland hat nach ihrer Mitglieder- versammlung im April dieses Jahres zuerst YEK-KOM, danach KOMKAR besucht und genau diese Frage thematisiert. Wir sind bereit, mit allen kurdischen Vereinen und Verbänden zusammen zu arbeiten; die politische Orientierung der Vereine darf kein Hindernis für die Zusammenarbeit darstellen. Der Unterschied zwischen den oben genannten Verbänden und der KGD ist der, dass die KGD sich auf die Themen und Anliegen der kurdischen Migranten konzentriert, wohingegen die anderen Verbände sehr stark heimatorientiert arbeiten und sich von bestimmten politischen Parteien beeinflussen lassen. Trotzdem sind sie für uns eine Bereicherung und ihr Einfluss auf die kurdische Community ist nicht zu unterschätzen. Die KGD ist keine Konkurrenz zu den genannten Verbänden, sie ist vielmehr aus der Notwendigkeit heraus entstanden, die Pluralität und Vielfalt der kurdischen Gesellschaft in Deutschland abzubilden.
 
Früher oder später werden wir einen Verband haben, in dem sich alle wiederfinden werden, der für alle sprechen wird. 
Tanrıverdi ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
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Kurdische Version
Serokê BAGIVê Tanriverdi:
Kurdische Version>>

"Em xwe perçeyekî civaka Almanyayê dibînin"

  

 

Mehmet Tanriverdi/Wêne:Pêwende


Almanyan (Rûdaw) - Mehmet Tanriverdi serokê Hevgirtina Kar ya Federal a Rêxistinên Koçberan - BAGIV e û cîgirê serokê Civata Kurd li Almanyayê ye. Ew herwiha endamê Lijneya Entegrasyonê ya bi serkêşiya hikûmeta Almanyayê ye. Tanriverdi ku ji Bakurê Kurdistanê ye û ev 33 sal in li bajarê Giessen ê Almanyayê dijî. Ew di wê baweriyê de ye ku pêwist e Kurdên li Almanyayê dijîn xwe li gor berjewendiyên xwe yên civakî yên li vî welatî birêxistin bikin. Mehmet Tanriverdi ku ji ber karên xwe yên civakî xelata rûmetê ya dewleta Almanyayê jî ji serokkomariya Almanyayê wergirtiye, pirsên Rûdawê bersivandin.



Hûn serokê Hevgirtina Kar ya Federal ya Rêxistinên Koçberan (BAGIV) û rêveberekî Civata Kurd li Almanyayê ne. Pêwendiyên di navbera hikûmeta Almanya û komelên kurdan yên li vî welatî çawe ne?

Mixabin ti têkiliyên fermî yên hikûmetê bi Kurdên li Almanyayê re dirust nebûne. Heta niha ligel nûnerên Kurdan ti peyman yan rêkeftin nehatine danîn. Her ku hebûna Kurdan li Almanyayê ji mêj ve berbiçav e, ev komelgeh heta niha ti caran bi şêweyekî fermî nehatiye nasîn. Ligel ku Kurdan gellek caran hewl daye ku komelgeha wan bi fermî bê nasîn, ev destpêşxerî ji aliyê hikûmetê ve hemû hatin redkirin. Bêguman Tirkiye tesîr li Almanyayê kiriye û bi vî rengî jî mafên mirovan ên hemwelatiyên Almanyayê bûn qurbana berjewendiyên aborî. Digel ku ji çend salan ve Almanyayê pêwendiyên baş bi hikûmeta Herêma Kurdistanê re dirust kirine, wekî mînak li Kurdistanê balyozxaneyek, nûnertiyeke aborî û saziyeke zimanî (Goethe) hene, divê mirov amaje bi van nakokiyan bike. Divê di vî warî de guherîn pêk bên.

Li gora agahiyên nefermî li Almanyayê nêzîkî 1 milyon Kurd hene. Almanya çima ji bo naskirina nasname ya kurdî ne amade ye?

 Rast e ku komelgeha kurdan a li Almanyayê bi hejmara xwe ve piştî koçberên ji Tirkiye û Rûsyayê hatine, mezintirîn komelgeha biyanî ye. Bi fermî ew wekî hemwelatiyên tirk, îraqî, îranî û sûrî têne hesibandin. Nêzîkî nîvê van kesan hemwelatiyên Almanyayê ne. Em dikarin bibêjin ku koçberên kurd ji koçberên tirk hesanîtir biryara wergirtina hemwelatîbûna Almanyayê didin. Bes mixabin kes vê yekê nabîne.

 Mafên mirovan giring in di vê mijarê de. Mîna komelgehên din ên koçberan, Kurdan li her 16 eyaletên vî welatî  ew maf nîn e ku dersên zimanê dayikê bixwînin. Rewş di warê ragihandin û civakî de jî wisa ye. Ma gelo egera hindê çi ye ku dezgeheke radyo û televîzyonê ya wekî Deutsche Welle ku ew dezgeh li seranserê cîhanê pexşa xwe bi gelek zimanan pêşkêş dike, îro kurdî nake di bernama xwe ya weşanê de? Nasîna kurdan wek komelgeheke serbixwe kiryareke siyasî ye. Heke Almanya Kurdan bi fermî binase, dê Almanya sûdê jê werbigire. Ji ber ku Kurd hingê dê hest pê bikin ku ew tên qebûlkirin. Hingê dê Kurd jî hesanîtir bibin beşekî vî welatî. Bi rastî rewşeke kembax e ku berjewendiyên aborî, yên ku me li jor îşaret bi van kir, ji daxwaz û hêviyên gelek hemwelatiyên Almanyayê giringtir in. 

Saziya Civata Kurd li Almanyayê yekem car beşdarî Konferansa Wezîrên Perwerdê ya Almanyayê bû û we li ser navê Kurdên li Almanyayê dijîn peymanek imze kir. Ev peyman wê di siberojê de ji bo perwerdeya zarokên Kurd were çi wateyê û her wiha ev peyman çawe pêk hat?

 Kurd di sala 2007ê de beşdarî yekemîn civîna Wezaretên Perwerdê bûn. Hingê mijara serekî bicihanîna bernama entegrasyonê bû. Vê carê jî peyman li dor lihevkirineke dualî ye, ango li aliyekî her 16 parêzgehên ku di warê perwerdeyê de berpirsyar in, li aliyê din jî hemû rêxistinên koçberan. Li aliyekî divê hemû parêzgeh û birêveberiyên xwendingehan xwe zêdetir bi berdestkirina hemû pêdiviyan ve biwestînin. Li aliyê din divê em wekî rêxistinên koçberan jî bi hemû hêz û şiyanên xwe di nava komelgehên xwe de xebat bikin da ku dayik û bavan beşdarî pêvajoya perwerdeyê bikin. Merema herdu aliyan helbet ew e ku di warê xwendin û perwerdeyê de wekhevî peyda bibe û ti aliyek rastî astengiyan nebe.

Gelo bertekên YEK-KOM û KOMKARê li ser imzekirina peymanê çêbûn?

Li gor ez dizanim ew pê kêfxweş bûn. Mesele bihêzkirin û piştgiriya zarokên kurdan e, ango mesele paşeroja van zarokan e. Ne giring e ku kê ji Kurdan ew peyman îmze kiriye.

Pêwendiyên di navbera saziyên kurdan yên mîna KOMKAR, YEK-KOM û Civata Kurd li Almanya çawe ne? Hûn çima ji bo berjewendiyên Kurdan bi hev re naxebitin, hêza xwe nakin yek û bandorê li ser civak û siyaseta Almanyayê nakin?

 Me wekî komelên Civata Kurd li Almanya piştî ku heyva nîsanê kongra xwe ya nûvejenkirinê pêk anî, me pêşiyê serdana YEK-KOMê û paşî jî serdana KOMKARê kir. Ji bo em li ser van babetan biaxivin. Em amade ne ligel hemû komele û rêxistinên kurdan li Almanyayê bixebitin; çênabe ku dîtinên cuda yên siyasî bibin asteng li beramberî hevkariya me. Cudahiya herdu rêxistinên li jor û Civata Kurd li Almanyayê ew e ku em bala xwe pirrtir didin daxwaz û hêviyên koçberên Kurd yên li vî welatî û xwe perçeyekî civaka Almanyayê dibînin. Herdu rêxistinên din ji avabûna xwe û vir ve xebatên xwe zêdetir girêdayî Kurdistanê bi rê ve dibin. Her wisa bandora partiyên siyasî jî li ser wan heye. Xwe nezîkî partiyên Kurdistanê dibînin û di bin bandora wan de ne. Ew herdu dezgeh ji bo me dewlemendiyek e û tesîra wan li komelgeha kurd jî mezin e. Civata Kurd li Almanya ne hevrikê wan e. Avabûna komeleya me ji bo xuyabûna pirrengiya Civata Kurd ya li Almanyayê pêdewiyek bû. Zû yan dereng em jî yê bibin xwedî rêxistineke ku nûnertiya hemû aliyan bike. Nimûne hene; Wekî Cihûyan, Ermen, Yewnan û hin dezgeh û komeleyên koçberên din yên li Almanyayê.
Hevpeyvîn: Reşad Ozkan

Em xwe perçeyekî civaka Almanyayê dibinin
http://rudaw.net/kurmanci/interview/17112013

German Interests with Turkey Hamper Kurdish Recognition
http://rudaw.net/english/world/13112013

BAGIV Präsident Mehmed Tanriverdi:Es geht um Menschenrechte
http://www.agahdari.blogspot.de/2013/11/bagiv-prasident-tanriverdidie.html

Prof. Dr. Geoffrey Haig: Die kurdische Sprache ist in Gefahr!

Interview

Prof. Dr. Geoffrey Haig/
(Fotos: Prof. Dr. Geoffrey Haig)
Nach Prof. Dr. Geoffrey Haig, einem Sprachwissenschaftler an der Universität Bamberg/Institut für Orientalistik, wiesen und weisen kurdische Regionen eine beachtliche Sprachenvielfalt auf, die durch politische Einflüsse entscheidend verändert werden.
 
„Als ich in der Türkei in den 80er Jahren mit dem Studium des Türkischen begann, war mir ebenfalls nicht bewusst, dass es Millionen Menschen in der Türkei gibt, die eine andere Muttersprache als das Türkische sprechen. Darüber wurde nicht gesprochen, selbst nicht unter dort tätigen Sprachwissenschaftlern", erklärt Prof. Dr. Geoffrey Haig, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Sprachwissenschaft in Bamberg. Erst in den 1990er Jahren wurde Haig durch die Bekanntschaft mit einem kurdischstämmigen Studenten allmählich auf die „anderen Sprachen“ der Türkei neugierig. Seitdem beschäftigt er sich vor allem mit dem Kurdischen, das zu den westiranischen Sprachen zählt und wie das Deutsche zur indoeuropäischen Sprachfamilie gehört. Nach Prof. Dr. Haig sprechen „rund 20 Millionen Menschen in der Türkei, in Syrien, in Iran und dem Irak eine kurdische Sprache, entweder Nord-, Zentral- oder Südkurdisch. Rund 700 000 Sprecher leben in Deutschland.“
 
Dr. Haig als Gast bei einer kurdischen Familie während seiner Feldforschung in Kurdistan/Westiran/2007
Laut Haig war vor rund 100 Jahren das Gebiet Ostanatoliens von einem bunten Kultur-, Religions- und Sprachenteppich bedeckt: unter anderem lebten Türken, Armenier, Aramäer und Kurden dort über 1000 Jahre lang zusammen. Anfang des letzten Jahrhunderts musste diese kulturelle Vielfalt einer nationalistisch geprägten Vereinheitlichungspolitik weichen, zu deren Folgen vor allem ein dramatischer Rückgang der Sprachenvielfalt in dieser Region zählt. Einige Sprachen sind bereits fast gänzlich verschwunden. Das Kurdische konnte sich auf Grund der Größe der Sprachgemeinschaft halten, seine Existenz aber wurde im offiziellen Diskurs jahrzehntelang geleugnet und sein Gebrauch unterdrückt.

Yaresan/Kurdistan/west Iran

Sein Forschungsgegenstand stellt Haig vor Herausforderungen. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Kurdischen ist aufgrund historischer und politischer Gegebenheiten emotional aufgeladen. Gerade deshalb ist es Haig besonders wichtig, sich möglichst objektiv dem Untersuchungsgegenstand zu nähern und sich von keiner der politischen und gesellschaftlichen Strömungen vereinnahmen zu lassen. Denn gerade in den letzten 10 Jahren ist die kurdische Sprache vor allem in der Türkei zu einem Politikum geworden – umso leichter können wissenschaftliche Meinungen aus dem Kontext gerissen und instrumentalisiert werden. Als typisches Beispiel ist die Frage nach der Herkunft des Kurdischen zu nennen. Kurdische Intellektuelle und Politiker berufen sich auf eine einheitliche Herkunftstheorie und sehen in dem antiken Volk der Meder die Vorfahren der heutigen Kurden, Vertreter des türkischen Staates hingegen betonen die ungewisse Herkunft und die angeblich fehlende Einheit der kurdischen Volksgruppe. Wie Haig erläutert, gibt es natürlich keine einfache Antwort auf die Frage nach dem Ursprung des Kurdischen. Hier tut eine differenzierte wissenschaftliche Sichtweise not, die aber leider oft schwer vermittelbar ist und von beiden Seiten kaum zur Kenntnis genommen wird. Allmählich jedoch etabliere sich eine wissenschaftlich fundierte Kurdologie, die jenseits der ideologischen Auseinandersetzungen arbeitet und sich international positioniert, gibt sich Haig optimistisch. 
Gebetshaus in Yaresan/Kurdistan/Westiran/2007
 
Wissenschaftlich misst Haig der Herkunftsfrage ohnehin weniger Bedeutung bei: „Mich interessieren andere und verhältnismäßig weniger erforschte Fragestellungen wie vor allem der Sprachkontakt zu anderen Sprachen, der damit verbundene Sprachwandel sowie Fragen nach den Auswirkungen des soziokulturellen Kontextes auf die Sprache“, erklärt er. So bemerke er beispielsweise, dass sich gegenwärtig zwei entgegengesetzte Tendenzen beobachten lassen: Zum einen hat die repressive staatliche Sprachpolitik zur Folge, dass immer weniger Kurden ihre Sprache vollständig auf natürliche Weise im Kindesalter erwerben und die Alltagssprache der heute unter Dreißigjährigen massive „Vereinfachungen“ aufweist. Zum anderen aber hat das neu erwachte Selbstbewusstsein und die Politisierung der Kurden dazu geführt, dass eine neue kurdische Schriftsprache auf Internetplattformen und über Satellitenfernsehen etabliert und propagiert wird, die alle Teile der kurdischsprachigen Bevölkerung erreicht. In diesem Spannungsfeld zwischen der Vereinfachung einerseits und dem forcierten Ausbau einer standardisierten Form des Kurdischen andererseits ergeben sich interessante Fragen zur Dynamik von Sprachwandel.

Kurdistan/West Iran

 
Dr. Geoffrey Haig
Interview
Reşad Ozkan sprach mit Prof. Dr. Geoffrey Haig, Sprachwissenschaftler an der Universität Bamberg/Institut für Orientalistik, über die Erforschung der kurdischen Sprache und die Gefahr, dass die kurdische Sprache verschwinden könnte.

 

Herr Professor welche zerstörerischen Einflüsse haben die Assimilations- und Vernichtungspolitik auf die kurdische Sprache in den vier Teilen Kurdistans?

Geoffrey Haig: Die Assimilationspolitik ist in den vier Teilen Kurdistans nicht überall gleich verlaufen. Im Iran und Iraq konnten die Kurden – wenn auch unter sehr schwierigen Bedingungen – ihre Sprache wenigstens weiterhin verwenden. Im Iraq beispielsweise konnte sich unter britischer Besatzung eine schriftliche Form des Sorani weiterentwickeln; in der Türkei hingegen wurde die Existenz der Sprache geleugnet und der Gebrauch gezielt unterdrückt; diese Maßnahmen wurden durch die massive Militärpräsenz im Kurdengebiet seit 30 Jahren dann weiter verschärft. Die Folgen der staatlichen Sprachenpolitik haben sich besonders drastisch unter den Kurden der Türkei ausgewirkt: hier wächst faktisch eine komplette Generation von Kurden heran ohne dass sie vollständige Kompetenz in ihrer Muttersprache erwirbt.
 
Woher kommt die kurdische Sprache?

Geoffrey Haig: Eine sinnlose Frage – genauso sinnlos wie beispielsweise die Frage nach der Herkunft „der Engländer“, oder „der Türken“ oder „der Araber“. Nehmen wir einfach mal die heutigen Engländer: zum Teil stammen sie aus der alten, vorgermanischen Bevölkerung Großbritanniens; zum Teil aus Einwanderern aus Skandinavien (Wikinger); zum Teil aus der ehemaligen römischen Besatzung, zum Teil aus Normannen, die England vor 1000 Jahren erobert haben … welchen Sinn hat es, nach „der Herkunft“ der Engländer zu fragen? Ebenso sinnlos ist die Suche nach „der Herkunft“ des Kurdischen. An derartigen Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen.
 
Ist es ohne Sprache und Kultur möglich, eine Nation zu werden?
 
Geoffrey Haig: Möglich ist vieles: die Schotten beispielsweise behaupten, sie hätten eine eigene Nation/Kultur; ihre Sprache ist jedoch eine Varietät des Englischen. In der Schweiz leben (mindestens) vier Sprachgemeinschaften zusammen und bilden zusammen die Schweizer Nation. In Jugoslawien hat man früher „eine Nation, eine Sprache“ gehabt, jetzt nach der politischen Teilung spricht man von Serbisch und Kroatisch – obwohl die beiden Sprachen praktisch identisch sind, usw. Dieser Themenkomplex lässt sich von dem rein politisch / völkerrechtlich definierten Begriff des Staates nicht trennen. „Sprache“, „Kultur“, „Nation“ sind Idealisierungen, die sich in den seltensten Fällen klar definieren lassen. Erst der politisch/völkerrechtliche Status der Staatlichkeit schafft die Illusion einer Einheit.
 
Ist die kurdische Sprache Opfer der Geopolitik?
 
Geoffrey Haig: Die fehlende politische Einheit ist ganz klar das Ergebnis geostrategischer Überlegungen. Dass beispielsweise Iraqi Kurdistan kein eigener Staat ist, liegt an dem Widerstand der Nachbarstaaten und deren Einfluss in den entsprechenden völkerrechtlichen Gremien. Es reicht schon, wenn ein Staat wie die Türkei ein Veto einlegt; dann würde eine kurdische Staatsgründung international nicht anerkannt (vgl. beispielsweise den russischen Widerstand gegen ein unabhängiges Kosovo usw.). Damit ist auch der heutige Zustand des Kurdischen ebenfalls ein Ergebnis internationaler Politik.
 
Haben Sie Kontakte mit kurdischen Sprachwissenschaftlern bzw. mit sprachwissenschaftlichen Fakultäten in der Autonomen Region Kurdistan/Irak?
Geoffrey Haig: Ich habe mehrfach versucht, Verbindungen zu den entsprechenden Fakultäten in der Autonomen Region Kurdistans aufzubauen, aber bisher fand keine nennenswerte Zusammenarbeit statt. Ich arbeite in Deutschland mit vielen Personen zusammen und baue die Kontakte international weiter auf; das ist ein langsamer Prozess, aber ich bin sehr optimistisch.
 
Wie sieht die Zukunft der kurdischen Sprache aus, wenn die Kurden selber nicht Kurdisch sprechen (besonders im türkischen Teil)?
Geoffrey Haig: Um eine Sprache vollständig zu erwerben, müssen Kinder in der Sprachgemeinschaft diese Sprache im Kleinkindalter sehr intensiv erfahren, d.h. ab der Geburt bis mindestens 6/7 Jahre. Nur so werden alle Feinheiten der Sprache wirklich erworben und gefestigt. Das könnte natürlich neben dem Erwerb von weiteren Sprachen auch geschehen, aber sie müssten Kurdisch eben ausreichend und unter vielen verschiedenen Bedingungen hören und aktiv verwenden. Es würde beispielsweise nicht ausreichen, wenn sie Kurdisch nur von ihrer Großmutter zu Hause hören. Wer so aufwächst, erwirbt eben keine vollständige Kompetenz in der Sprache. Und später, also im Erwachsenenalter, lässt sich das nie wieder nachholen. Es ist deshalb unerlässlich, dass kurdische Kinder so viel wie möglich mit Kurdisch aufwachsen. Leider hat der türkische Staat alles unternommen, um genau die frühkindliche Bindung an der Muttersprache zu zerstören. So wächst in der Türkei – wie oben erwähnt – fast eine ganze Generation heran (die heutigen unter-30-Jährigen), die viele Feinheiten ihrer Sprache nicht beherrschen. Zwar beschäftigen sich viele dieser Menschen später mit ihrer Sprache und erlernen sie gewissermaßen „neu“ im Erwachsenenalter“, aber ihre Sprache wirkt hölzern, steif, und ihre Syntax ist offensichtlich stark vom Türkischen beeinflusst. Man braucht nur einen heutigen Nachrichtensprecher aus der Türkei zu hören und mit Sprechern aus irakisch-Kurdistan zu vergleichen. In der Türkei wird, soweit ich es beurteilen kann, nur noch auf dem Lande und in wenigen Städten im Osten (Bazit, Shemzinan) Kurdisch wirklich aktiv und regelmäßig unter jungen Menschen verwendet. Das ist eine Tragödie, die aber anscheinend viele Kurden mehr oder weniger resigniert einfach akzeptiert haben („em asimile bûn, em chi bikin …“ höre ich von Kurden aus der Türkei immer wieder). Tatsache ist: Die große Masse der kurdischen Bevölkerung in der Türkei gibt ihre Sprache an die nächste Generation nicht weiter. Wenn sich daran nichts ändert, wird es in 50 Jahren wirklich kompetente Sprecher des Kurdischen in der Türkei kaum noch geben.
Umgriffe_Kurdistans / Quelle:Wikimedia
Interview mit Prof. Dr. Geoffrey Haig,
Sprachwissenschaftler an der Universität Bamberg/Institut für Orientalistik.

Wer ist er?
Geoffrey Haig, seit 2010 Professor für Allgemeine Sprachwissenschaft in Bamberg/ (Foto: Nils Ebert/Uni. Bamberg)
Geoffrey Haig wurde in Exeter im Südwesten Englands geboren. Seine Familie siedelte nach Neuseeland über, als er elf Jahre alt war. Einige Jahre später zog es Haig nach Europa zurück, wo er zunächst als Handwerker arbeitete. In Kiel begann er im Alter von 25 Jahren schließlich ein Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Sprachwissenschaft. „Erst als ich nach Kiel kam, habe ich Deutsch gelernt: im Selbststudium, durch meine Bücher und im Gespräch mit anderen“, erinnert sich der Professor. Während seines Studiums hat er gearbeitet, um sich seinen Lebensunterhalt zu finanzieren: als Möbelpacker, Tellerwäscher oder auf Messen. Schließlich gab er Englischunterricht und übersetzte. „Damals habe ich oft von der Hand in den Mund gelebt, aber ich bin immer durchgekommen.“ Den heutigen Studierenden rät Haig, sich vor ihrer Zukunft nicht zu fürchten, in sich zu vertrauen und auch mal eine Entscheidung ohne vorherige Absicherung zu treffen. „Als junger Mensch in Deutschland muss man keine Angst haben, es werden sich immer Möglichkeiten finden lassen. Von einem halben Jahr Arbeitslosigkeit geht die Welt nicht unter.“

Die erste Reise in die Türkei und der erste Kontakt mit dem Kurdischen >>>

http://www.uni-bamberg.de/kommunikation/news/artikel/portraet-haig/
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Veröffentlichte Texte und Publikationen
Prof. Dr. Geoffrey Haig, Sprachwissenschaftler an der Universität Bamberg/Institut für Orientalistik.
With Stefan Conermann (eds.) 2004. Die Kurden: Studien zu ihrer Sprache, Geschichte und Kultur. Hamburg: EB-Verlag.
2008. Alignment change in Iranian languages: A Construction Grammar approach. Mouton de Gruyter.
With Parwin Mahmudweyssi, Denise Bailey and Ludwig Paul. In print. The Gorani language of Gawraju, a village of West Iran. Grammar, texts and lexicon. Wiesbaden: Reichert.
1998. On the interaction of morphological and syntactic ergativity: Lessons from Kurdish. Lingua 105, 149-173.
2001. Linguistic diffusion in modern East Anatolia: from top to bottom. In: Aikhenvald, A. and Dixon, R. (eds.) Areal diffusion and genetic inheritance: Problems in comparative linguistics. Oxford: Oxford University Press, 195-224.
With L. Paul. 2001. Kurmanjî Kurdish. In: Garry, J. and Rubino, C. (eds.) An encyclopaedia of the World's major languages, past and present. New York: Wilson, 398-403.
With Y. Matras. 2002. Kurdish linguistics: A brief overview. Sprachtypologie und Universalienforschung/ Language typology and universals 55(1): 3-14.
2002. Complex predicates in Kurdish: Argument sharing, incorporation, or what? Sprachtypologie und Universalienforschung/ Language typology and universals 55(1): 25-48.
2004. The invisibilisation of Kurdish: the other side of language planning in Turkey. In: Conermann, S. and Haig, G. (eds.) Die Kurden: Studien zu ihrer Sprache, Geschichte und Kultur. Hamburg: EB-Verlag, 121-150.
2007. Grammatical borrowing in Kurdish (Northern Group). In: Matras, Y. and Sakel, J. (eds.) Grammatical borrowing in cross-linguistic perspective. Berlin: Mouton, 165-184.
Forthcoming: Why ergativity in Iranian did not originate from an agented passive. In: Lehmann, C., Skopeteas, S. and Marschke, C. (eds.) The evolution of syntactic relations. Berlin: Mouton.
With P. Mahmudweyssi. 2009. The typology of modality in some West Iranian languages. In: Allison, C., Joisten-Pruschke, A. and Wendtland, A. (eds.) From Daena to Dîn. Religion, Kultur und Sprache in der iranischen Welt. Festschrift für Philip Kreyenbroek zum 60. Geburtstag. Wiesbaden: Harrassowitz, 41-52.
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Das Kurdenbild in den deutschen Medien


 
 Von Thomas Morawski/Fernsehjournalist

Die meisten Deutschen dürften noch nie in Kurdistan gewesen sein. Ihr Bild ist vor allem durch die Medien bestimmt, aufbauend auf auch positiven Klischees, Erwartungen und auf Nichtwissen.

Die meisten Deutschen dürften noch nie in Kurdistan gewesen sein. Ihr Bild ist vor allem durch die Medien bestimmt, aufbauend auf auch positiven Klischees, Erwartungen und auf Nichtwissen.

 Die Kurden stehen in den Augen der meisten heute als eher positives Volk da. Dazu hat sicherlich die Stabilisierung im nord-irakischen Autonomiegebiet (KRG) beigetragen. So fand sich jetzt auch kaum eine kritische Stimme, als erstmals deutsche Waffen in ein veritables Kriegsgebiet geschickt wurden, nämlich Bundeswehr-Ausrüstung inklusive Ausbildungspersonal, das Peschmerga-Einheiten betreuen soll.

 Das Kurdenbild in deutschen Medien war schon einmal anders. Bis in die 1990er Jahre hinein hieß das Thema Kurden vor allem: Revolte, Gewalt und PKK. Dieses Bild prägt indirekt immer noch den Mainstream vieler Berichte. Mit den Golfkriegen wurde aber auch in deutschen Medien sichtbar, das Kurden vor allem Opfer waren. Opfer von Giftgasangriffen im Irak, von politischer und polizeilicher Verfolgung in der Türkei. Zudem tauchten immer mehr kurdische Flüchtlinge in Deutschland auf, was immerhin die Chance bot, Menschen selber kennen zulernen und damit ein realeres Bild entstehen zu lassen.

 Das Bild über die Kurden kann man aber nur verstehen, wenn man einen Blick auf die Arbeitsweise der Medien wirft. Denn dieses Bild ist ebenfalls geprägt von Lücken, von Mainstreamberichten („wir schreiben, was alle schreiben“) und von Konfliktberichterstattung oder beidem.

 Es gibt offenbar keine festen Korrespondenten deutscher Medien in Kurdistan. Wohl lokale Mitarbeiter, die über ihre Vermittlung der örtlichen Befindlichkeiten und Fakten durchaus die Medienprodukte prägen, wenn auch nur indirekt. Dabei können auch die Korrespondenten „vor Ort“ selber weit vom tatsächlichen Geschehen entfernt sein, haben sie doch meist mehrere Länder zu betreuen uns sitzen selber irgendwo in einer Hauptstadt, in Bezug auf die Kurden oft in Istanbul. Generell ist festzuhalten, dass diese Hauptstadt-Zentrierung zu einer gewissen Konzentration und Einengung der Macher auf das Regierungshandeln führt.

 So ist in Bezug auf die Kurden die Frage nicht nur, wie das Bild der Kurden aussieht, sondern ob es überhaupt ein Bild gibt, ob sie überhaupt in den Medien vorkommen. Voraussetzung dafür ist, ob die Medien überhaupt ein Interesse an Auslandsberichterstattung haben. Dies ist leider immer häufiger zu verneinen.

 Auslandsberichterstattung ist teuer. Medienpräsenz vor Ort lohnt sich nicht und verursacht nur Unkosten. Außer, es ist „etwas los“! Im Falle von Unruhen, Gewalt und Krieg wird sehr wohl Präsenz gezeigt, meist mit sogenannten „Fallschirm-Korrespondenten“, die extra einfliegen und – leider oft ahnungslos, aus der aktuellen Konfliktlage berichten. Erst recht mit entsprechenden Bildern wird sehr wohl Auflage und Einschaltquote gemacht.

 Damit haben es „Schönwetterberichte“ schwer, etwa aus den boomenden Regionen wie Erbil. Etwas anders sieht es aus, wenn es einen innenpolitischen, deutschen Bezug gibt, etwa deutsches Regierungshandeln oder deutsche Militär Präsenz. Für explizit kurdische Themen bleibt dabei aber die Rolle des Zaungastes übrig.

 In den Premium-Medien, die noch Geld für selbst-recherchierte Berichte ausgeben wollen, sieht es besser aus. Die Tendenz weg von schwierigen Auslandsthemen hin zu regionalen Wohlfühl-Berichten ist aber ähnlich. Natürlich gibt es ausgesprochene Kurden-Fans unter den deutschen Berichterstattern, natürlich schlägt auch hier so manches Herz für bedrohte Minderheiten und Völker, gerne auch mit einer gehörigen Portion Exotik und Romantik verbunden, was von turban-bewehrten Peschmergas wunderbar bedient wird.

 Flaut ein Konflikt aber ab oder wird er zäh, findet sich keine schnelle Lösung (natürlich nicht), oder wird anderswo die sprichwörtliche „neue Sau durchs Dorf getrieben“, dann ist ein Thema von einer auf die andere Minute wieder out. Mit anderen Worten, Kurden finden in den Medien statt, wenn sie entweder alte Vorurteile bedienen: „die werden sich nie einig“; wenn sie – vor allem gewaltsam – protestieren; wenn sie sich zunehmend den dramaturgischen Kriterien der Medien unterwerfen, wenn es Gut und Böse gibt.

 Daher haben die Kurden derzeit ein besonders positives Bild, sie sind gerade einmal die Guten, die den Rest der Welt gegen den „Islamischen Staat“ verteidigen. Aber es kommt sicher wieder der Tag danach, und deutsche Reporter werden frustriert auf ihre Heimatredaktionen einreden, dass man mal wieder was über die Kurden machen sollte…

Thomas Morawski
Thomas Morrawski ist seit seinem 16. Lebensjahr journalistisch tätig, vorwiegend als Reporter. Er studierte Geschichte, Politik, Kommunikationswissenschaft. Seit 1976 ist Thomas Morawski beim BR. Seit 1985 neben der Arbeit in der innenpolitischen Redaktion des Bayerischen Fernsehens immer auch als Reporter/Reisekorrespondent in den Berichtsgebieten des BR unterwegs: Südosteuropa und Nahost, Schwerpunkt Krisen- und Kriegsberichterstattung mit dem Thema Jugoslawien und seinen Krisen seit 1984 befasst.
2001 bis 2009 war er Korrespondent mit Sonderaufgaben für BR/ARD. Seit Februar 2009 ist Thomas Morawski Leiter des ARD-Studios Südosteuropa in Wien.
 Außerdem war Thomas Morawski seit seiner Studienzeit immer als Trainer und Dozent in der Aus- und Fortbildung für Fernsehjournalisten tätig. Er unterrichtete an den Universitäten München, Bamberg und Passau sowie anderen Institutionen, war als Journalisten-Trainer auch in Afrika engagiert (Zambia), ist heute noch Mitglied des Beirates der Politischen Akademie in Tutzing sowie im Bildungs- und Sozialwerk des Bayerischen Journalisten-Verbandes BJV. Nicht zuletzt war er einer der ersten Dozenten an der BAF für das Format Reportage im Fernsehen.

Montag, 27. Januar 2014

Hîmdarê Qewîn ê Radyoya Yerevanê Xelîlê Çaçan Mûradov (1924-1981)

Xelîlê Çaçan Mûradov /Wêne:SK/Rûdaw
Yerevan (Rûdaw) - Civaka Kurdên Ermenistanê di 100 salên dawî de gelek şexsiyetên hêja pêşkêşî tevahiya kurdên dinyayê kirin. Di nav wan şexsiyetan de kesên wisa hene ku bûne hîm û danerên ocax û dezgehên edebî, hûnerî û rewşenbîrî. Xelîlê Çaçan Mûradov yek ji wan kesan e ku di navbera salên 1957-1981-an de, 24 salan li Yerevanê Serokatiya Radyoya Kurdî kirîye. Di dema wî de ‘fonda zêrîn’ a radyoyê pêk hatiye û bi dehan dengbêj bi serkariya wî li radyoyê qesidîne. Cara pêşî sê dengbêj dibin mêvanê stûdyoya radyoyê: Bêmalê Keko, Sûsîka Simo û Memê Xudo. Paşê Karapêtê Xaço û Davîtê Xilo tînin radyoyê û kilamên wan tomar dikin.

Li gorî Rojnameger û Nivîskar Têmûrê Xelîl, tevahiya van dengbêjan di dema bavê wî Xelîlê Çaçan Mûradov de hatine radyoyê. Gotina xwe bi vê hevokê jî qayîm dike: “Beriya bavê min fond tunebû û piştre bi ser de zêde nebû!” Rojnamegerê emekdar li ser serpêhatiya Xelîlê Çaçan Mûradov û dengbêjê navdar Şeroyê Biro jî wiha dibêje: “Şeroyê Biro li Tiblîsê dima û nedihat Yerevanê. Bavê min taybet ji bo wî çû Tiblîsê. Heftêyekê li wir ma, stûdiyoyekê li wir kirê kir, dengê Şero qeyd kir û anî radyoyê.”

Nivîskar Wezîrê Eşo dema di nivîsareke xwe de behsa Xelîlê Çaçan Mûradov dike, rol û girîngiya wî ya di radyoya kurdî de bilind dinirxîne: “Xelîl Mûradov

hereketekî mezin xerc kir seba bi hezaran nimûneyên hunermendiya kurdan a stiranbêjîyê ji windabûnê xilas bike û ser qeytanê qeyd bike. Ez şahidê wê yekê bûme ku bi çi teherî dengbêj û sazbendên kurd li redaksiyona xeberdanên kurdî de diciviyan û gelek caran hema di odeyên wê da cêribandin derbas dikirin. Dengê def, zurne, mey, bilûr, dahol û tembûrên kurdî herdem li avahiya radyoyê belav dibû û xelqê digot: ‘Li Redaksiyona Xeberdanên Kurdî her roj dawat û şahî ye!’ Bi saya Xelîl Mûradov bi sedan nimûneyên stiran û meqamên kurdî, fonda radyoyê dewlemend kirin û îro radyoguhdar bi wan şa dibin. Ji xeynî stran û meqaman, di dema wî de gelek şano û piyes hatin hazirkirin.”

Dema ku Mele Mustefa Barzanî diçe Ermenistanê, derbarê weşana kurdî ya radyoyê de civîneke sê kesî dike. Yek ji wan kesan Xelîlê Çaçan Mûradov e. Têmûrê Xelîl li ser wê hevdîtin û civînê jî wiha dibêje: “Mele Mustefa bi taybetî hat Ermenîstanê ji bo kurdan bibîne. Çû Elegezê û Hekoyê. Serdana Radyoyê kir. Li radyoyê ji bavê min pirsî ka ew dikarin alîkariyeke çawa ji bo radyoyê bikin. Wê demê bavê min, Erebê Şemo û Mele Mustefa Barzanî ketine odeyekê û bavê min nameyeke bi rûsî da Barzanî ji bo ku bide serekên Sovyetê. Daxwaz jî ew bû ku wextê radyoya me bê zêdekirin. Piştî sê mehan wext du caran zêde bû.”

Dema mirov behsa keda Xelîlê Çaçan Mûradov bike, nabe ku mirov behsa xanima wî Eznîva Reşîd neke. Eznîv Xanim spîkera pêşî ya beşê kurdî ye. di navbera salên 1955-1982-yan de 27 salan spîkeriya radyoya kurdî kiriye. Eznîva Reşîd, keça Reşîdê Ecem e ku salên 1920-î, li Ermenistanê wekîltiya kurdan dike. Piştî damezirandina Sovyetê, li Ermenîstanê sê kes hebûne ku wekîlê kurdan bûne: Erebê Şemo, Xudoyê Miho -Bavê Şekroyê Miho Xudo- û Reşîdê Ecem. Têmûrê Xelîl li ser dayîka xwe Eznîvê dibêje ku ew spîkera kurdan a yekem e, berî wê spîkêr hebûne, yek ji wan Zeyneba Îbo -Xanima Heciyê Cindî- bûye, lê ew radyoya kurdî ya lokal bûye û di hefteyê de carekê 10 deqe weşanê kiriye...>>>>SALİHÊ KEVİRBİRÎ